Firefox OS: Gaia Oberfläche

Betriebssystem aus HTML5: Firefox OS

Ein Golem-Artikel gibt ein paar schöne Einblicke in Boot to Gecko, das mittlerweile in Firefox OS umbenannt wurde. Das ganze sieht auch ansprechend aus, sonst wäre es wohl keine Meldung wert. Was ich interessant finde: Die Grenzen zwischen Webtechnologien und Betriebssystem werden weiter kleiner.

Firefox OS: Gaia Oberfläche¹
Firefox OS: Gaia Oberfläche¹

Als Webentwickler hat man es dieser Tage leicht. Fast sämtliche Trends spielen einem in die Hände. Nur Smartphones und die zugehörigen Apps konnten in den letzten Jahren ein wenig dagegenhalten.

Nachdem Microsoft bei seiner Windows-8-Plattform in Richtung HTML geht, wird es bald von Mozilla ein Mobilbetriebssystem geben, dass vollständig mit Webtechnologien programmiert werden kann: „The operating system, which Mozilla today confirmed will use its Firefox brand, will power the launch of smartphones built entirely to open Web standards, where all of the device’s capabilities can be developed as HTML5 applications.“ Demnach sind alle Funktionalitäten des Gerätes mit HTML-5-Applikationen ansprechbar. Und im Gegensatz zu Windows steht hier wohl kein Vendor-Lock-In zu befürchten.

Zum Schluss eine Konjunktivübung: Golem sagt, dass Mozilla andeute, dass Unternehmen wie die Deutsche Telekom planen, günstige Geräte auf Firefox-OS-Basis zu bauen. Klingt auf jeden Fall interessant. Für ein wirklich freies Mobilbetriebssystem würde ich auch Android sofort den Rücken kehren. Wenn das einer schaffen kann, dann Mozilla. Die haben schon beim Internet Explorer bewiesen, dass sie auch verloren geglaubte Märkte neu aufmischen können. Ich bin gespannt.

1: hacks.mozilla.org

3 thoughts to “Betriebssystem aus HTML5: Firefox OS”

  1. Auch ich bin von der Richtung sehr angetan. Ich finde, dass derzeit nur HTML-, CSS-, JavaScript-Anwendungen wirklich plattformunabhängige Anwendungen ermöglichen. Und dahin sollte es ja gehen, oder nicht? Es kann doch nicht sein, dass für jedes Betriebssystem eine eigene Anwendung geschrieben werden muss. Ich hoffe, der aktuelle Zustand ist irgendwann mal Vergangenheit und in Zukunft gibt es eine HTML-, CSS-, JavaScript-Anwendung, die dann auf verschiedenen Betriebssystemen ohne Anpassungen und Gefrickele funktioniert.

    Es wird wohl ein langer Weg werden, aber dahin muss es meiner Meinung nach gehen.

  2. Wenn man sich die Web-Appifizierung der letzten Jahre anguckt bin ich mir gar nicht so sicher, ob der Weg noch so lang ist.

    Interessant wird es sicher vor allem bei den richtig rechenintensiven Sachen. 3D-Modellierung, Spiele, Bildbearbeitung, was weiß ich… Da müssen WebGL und Co. wohl noch aus den Kinderschuhen wachsen. Und das wird nicht einfach. Googles Native Client etwa, das kompilierten Code auf dem Client ausführt, wurde ja alles andere als wohlwollend aufgenommen.

  3. Ja, einfache Tools haben den Weg ins Web schon lange geschafft. Allerdings ist da meist die Integration ins Betriebssystem schlecht. Das sollte der Mozilla-Ansatz lösen (da der Browser das Betriebssystem ist, oder umgekehrt).

    Bei den von dir angesprochenen aufwendigen Anwendungen wird es wahrscheinlich noch ziemlich ein Weilchen dauern.

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