Falschschreibung als Werbestrategie?

Schon länger regt mich das Produkt „Scholl Fuss Deo Spray“ auf: Ein herberer Schlag gegen die deutsche Rechtschreibung ist nur schwer zu finden. Betrachtet man eine korrekte Möglichkeit wie „Fuß-Deospray“, kommt man auf nicht weniger als drei Fehler in einem einzelnen Projektnamen. Eine Google-Suche wirft dabei die Frage auf, ob sich Produkte so besser platzieren lassen.

Das Produkt bei Amazon

Da das Produkt auch noch vergleichsweise oft im Fernsehen beworben wird, mag der sprachlich weniger sichere Zuschauer die falsche Schreibweise übernehmen. Bei einer Internetrecherche kann sich der Hersteller so unter Umständen besser zu positionieren. Soweit zumindest mein Verdacht.

Selbst in diesem Beispiel ist ein Unterschied zwischen der Suche nach dem korrekten bzw. falschen Suchbegriffes bemerkbar. Und dass obwohl die genannten Fehler eher Klassiker sind (Doppel-s anstatt ß, Dekomposition zusammengesetzter Substantive), welche von Suchmaschinen bei einer Anfrage ohnehin normalisiert werden. Scholl bringt so zumindest seine Amazon-Produktseite deutlich besser in Position:

Suchbegriff Position der Produktseite
fußdeo 9
fuss deo 5

Bei der Firma Scholl gehe ich nicht von Absicht aus. Diese hatte vermutlich einfach nicht genügend Zeit, einen Viertklässler nach der korrekten Schreibweise ihres Produktes zu fragen.

Dennoch hoffe ich, dass die Werbebranche nicht auf diese Möglichkeit aufmerksam wird. In einer Zeit, in der der Erfolg eines Produktes durchaus maßgeblich von der Position in den großen Suchmaschinen abhängig sein kann, mag vielleicht manch einer versuchen, den genannten Effekt auszunutzen. Es ist leicht, eine falsche Schreibweise durch vereinzelte Fernsehwerbungen unter die Menschen zu bringen. Und auf Moral in der Wirtschaft mag ich nicht wirklich vertrauen.

Bild der Produktseite von http://www.amazon.de/Scholl-Fuss-Spray-Antitranspirant-150ml/dp/B001ACOPLC

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