Falsch konjugiered

Fordert die Anglifzierung unserer Sprache ein weiteres Opfer? Ein Blick ins deutschsprachige Web kann diesen Eindruck erwecken: Da wird gedownloaded, gegoogled, gefailed, geupdated und gehashed. Wenn Dir diese Schreibweisen zumindest komisch vorkommen, so kann Dich ein Blick auf die folgende Grammatikregel wieder auf den rechten Weg bringen:

Partizip 2 eines regelmäßigen Verbs

ge + Verbstamm + t

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Multitasking-Studierende

Als ich noch Student war, war die Welt noch in Ordnung. Ich habe studiert, ich habe gegessen, gefeiert und geschlafen, alles nacheinander. In Bayern scheint dies nicht mehr möglich zu sein. Der Deutschland-Radio-Podcast Vom Dauerbrenner zum Auslaufmodell deckt die ganze Misere auf: Keine Zeit zum Pause machen, selbst beim Demonstrieren bleiben Studenten Studierende. Auch beim Geben von Interviews dürfen die Dauerlerner die Bücher nicht weglegen. weiterlesen

Vom Aussterben bedroht? Das deutsche Anführungszeichen

Ich lese den ganzen Tag. Nachrichten, Blog-Artikel, Kommentare, Dokumentationen, Tutorials, Foren, Romane. Vieles davon ist deutsch, fast alles digital. Ob Rechtschreibschwäche und -ignoranz mit dem Web schlimmer oder lediglich sichtbarer wurden, will ich nicht beurteilen. Unter dem Deckmantel technischer Beschränkungen gibt es aber ein viel größeres Opfer als die deutsche Rechtschreibung: Unsere Anführungszeichen.

„Lorem ipsum“

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Selbst(st)ändigkeitserklärung

Beim Abrunden meiner Masterarbeit bin ich über dieses vermeintlich bekannte und einfache Wort gestolpert: Selbständigkeitserklärung. Der Blick in den Duden offenbart, dass das so erlaubt, aber nicht empfohlen ist:

selbstständig (empfohlen)
selbständig

Laut der Uni Leipzig handelt es sich bei der empfohlenen um eine durch die Rechtschreibreform eingeführte Variante. Früher war eben doch nicht alles besser… Und vor allem nicht logischer.

Die Selbst(st)ändigkeitserklärung kennt der Duden leider nicht. Ein Google-Ergebnisvergleich gibt der alten Variante den Vorzug (13.000 gegen 17.000), ich werde dennoch die neue nehmen. Ich kann ja schließlich selbstständig denken…

Der Kampf gegen das generische Maskulinum

Liebe Leserinnen und Leser,

das generische Maskulinum hat es in diesen Tagen nicht leicht. Viele Gesellschaftsschichten, nicht zuletzt der Staat selbst, fordern „geschlechtergerecht zu formulieren“. So werden aus Bürgern Bürgerinnen und Bürger, aus Autofahrern Autofahrende und aus Arbeitnehmer ArbeitnehmerInnen. Solche Lösungen sind bestenfalls umständlich, oft auch falsch oder typografische Zumutungen. Studierende und Studenten sind zwei verschiedene Dinge. Doch neben allen Streitigkeiten: Führt das neue Deutsch zu einer gleichberechtigteren Gesellschaft? weiterlesen

Mundhygiene: „Weisser“ als weiß

Für viele Leute sind ein strahlendes Lächeln und weiße Zähne äußerst wichtig. Fast schon ironisch wirkt es da, dass es kaum Zahncremes und andere Mundhygieneartikel gibt, die weiße Zähne versprechen: Die Industrie betont stattdessen ein strahlendes „Weiss“. Schweizkonforme Internationalisierung der deutschen Sprache oder einfach nur Zahnpasta im Kopf? Mein Beitrag zu Georgs Artikel über Eszettsünder. weiterlesen

„Ladys und Gentlemans“: Englische Substantive im Deutschen

Ein Problem, mit dem sich heutzutage viele Menschen auseinandersetzen müssen (oder leider eher müssten), ist der schriftliche Umgang mit Fremdwörtern. Mag manch einer die Verwendung einfach generell verdammen und sich somit keine Sorgen um Schreibweisen machen müssen, ist es für viele Menschen heutzutage kaum mehr möglich, darauf zu verzichten. Als Informatiker bin ich es gewohnt, dass nahezu jedes Fachwort direkt englisch oder aber die deutsche Variante weniger bekannt ist. Daher möchte ich hier klären, ob man lieber eMail, Email E-Mail oder gar email(kursiv entschuldigt schließlich alles) schreiben sollte. Ich konzentriere mich hier insbesondere auf englische Substantive. weiterlesen

Schluss mit dem Ausverkauf der deutschen Sprache

Sale? Schluss mit dem Ausverkauf der deutschen Sprache!

Beim Schlendern durch die Rostocker Innenstadt fiel mir schon vor einigen Wochen ein Laden besonders auf: In großen Buchstaben war dort das Wort „SALE“ zu lesen, was momentan nichts besonderes mehr ist. Im Gegenteil: Es ist wohl das Wort, welches man in den Fußgängerpassagen am meisten zu sehen bekommt. Das besondere an besagtem Schild: „SALE“ war dort durchgestrichen und wurde von einem ebenso großen „SCHLUSSVERKAUF“ begleitet. Eine unterstützungswürdige Aussage die mittlerweile auch schon Nachahmer gefunden hat. Zumindest an einigen Stellen ist somit „Schluss mit dem Ausverkauf der deutschen Sprache“. weiterlesen