Ubuntu integriert Webdienste

Nachdem ich mich vor einigen Tagen über Firefox OS freuen durfte, hat Ubuntu-Herausgeber Canonical eine interessante Neuerung für die kommende Ausgabe seines Betriebssystems vorgestellt: Ubuntu Web App integriert einzelne Websites wie Programme in das Startmenü, erlaubt das Auslösen von Funktionen durch die neue Menüleiste HUD und zeigt Benachrichtigungen an.

Bilder sagen mehr als tausend Worte, so sich eine Website künftig in Ubuntu einbinden:

[youtube clip_id=“x7vF-AB7SF4″]

Zweiseitige Einbindung

Die Einbindung in das System scheint derzeit von zwei Seiten zu funktionieren. Die von Canonical vorgestellten Dienste wie Gmail oder Last.fm werden vermutlich nicht ihr Javascript für ein halbes Promille ihrer Nutzer erweitern, weshalb hier die Web-Apps-Software die Website ergänzt.

Unity Web API

Andersrum erlaubt Canonical den Zugriff mittels Unity Web API. Diese soll später in Firefox und Chromium verfügbar sein. Man kann die eigene Seite dann folgendermaßen im Betriebssystem registrieren:

if (typeof external.getUnityObject == 'function') {
	var Unity = external.getUnityObject(1.0);
	Unity.init({
		name: "Sebastians Blog",
		iconUrl: "https://sgaul.de/favicon.png",
		onInit: function() {
			// ...
		}
	});
}

Somit soll der Spaß integriert sein und in Launcher und Dash erscheinen. Ich vermute, dass der Browser-Anwender vorher um seine Zustimmung gebeten wird.

Nun lassen sich recht einfach weitere Funktionen aufrufen:

Unity.Notification.showNotification(
	"Attention", 
	"Viel Spaß auf meinem Blog."
);

Gute Idee, fragliche Umsetzung

Wie so oft freue ich mich über jeden Ansatz, der Web und Betriebssystem zusammenführt.

Twitter-Integration ins Messaging-Menü

Canonicals Ansatz ist jedoch fragwürdig. Wer will für zehn Unity-Nutzer im Jahr zusätzlich Javascript ausliefern? Und vor allem: Wieso wählt man keinen generischen Ansatz? Einen den zumindest Gnome und KDE hätten mittragen können? Die namentliche Nennung von Unity erstickt jeden Standardisierungsansatz im Keim. Das ist wirklich schade, ist die API doch einfach verständlich und ausreichend mächtig.

So bleibt der Mehrwert eher für die erste Anwendungsart: Canonical wird interessante Web-Applikationen in Unity integrieren. Das ist sicher ein echter Mehrwert, wird aber nicht die aus dem Web bekannten kreativen Schübe provozieren. Schade drum.