Koma-Script-Optik in Open Office

Da Latex momentan meine Geduld ausgereizt hat, habe ich aus einer Bierlaune heraus zusammen mit Georg beschlossen, meine Masterarbeit in Open Office zu schreiben. Gesagt getan, alles funktioniert überraschend gut. Gestört hat mich eigentlich nur das Aussehen der Dokumente. Ich habe mich daher bemüht, das Schriftbild an KOMA-Script anzupassen.

Schriftarten: Computer Modern Unicode

Zunächst brauchen wie das Schriftartpaket „Computer Modern Unicode“. In neueren Ubuntuversionen kann man diese mit dem Paket fonts-cmu installieren. Gibt es das nicht, kann man die einzelnen Schriftarten einfach von der CMU-Website herunterladen und installieren.

Schriftarten in Open Office wählen

… oder in Libre-Office

Folgende Schriftarten halte ich für sehr passend:

Dokumenttitel CMU Sans Serif (fett)
Überschriften CMU Sans Serif (fett)
Textkörper CMU Serif
Code-Blöcke CMU Typewriter Text

Das ganze sieht dann in etwa so aus:

Open-Office-Dokument mit CMU-Schrift

13 thoughts to “Koma-Script-Optik in Open Office”

    1. Da ich gerade erst mit der Umstellung angefangen habe war das noch kein Thema. Ist aber eine interessante Frage.

      Versionen werden erstmal generell unter Datei > Versionen unterstützt.

      Wie Git mit der Sache klar kommt weiß ich nicht. Kann der da Unterschiede erkennen? Oder ist das (quasi-)binär?

    2. ODT ist imho quasi gezipptes xml-gedöhns… da hat git keinen spaß dran 😉 besser gesagt: git ist das ziemlich wurscht, nur is da nicht viel mit diffs und so und er wird vmtl. bei jedem commit die datei komplett neu aufnehmen als replacement…

  1. Hallo ihr, also erstmal kann ich euch verstehen (immer erstmal die positiven Seiten hervorheben, bevor man dann zum Kritikpunkt kommt; schön nach Lehrbuch), aber auch irgendwie nicht. OO oder LibreOffice sind Textverarbeitungsprogramme und in eurer Masterarbeit wird Text produziert. Einer der Hauptvorteile von LaTeX ist, dass, wenn man einen kleinen Editor nutzt (wenig Funktionalität) die Umgebung nicht vom eigentlichen Schreiben abhält. In einem Textverarbeitungsprogramm ist spielt dieser Faktor immer mit und, um es kurz zu sagen, mich würde es stören.

    Ich sehe/höre aber auch öfter davon, dass Leute mit solchen bunten Tools ihre Arbeiten verfassen. Könnt ihr denn eure konkreten Nervpunkte an LaTeX aufführen, außer dass das Kompilieren lange dauert und das LaTeX mal von Grund auf neu designt werden müsste, es sich aber keiner traut, weil dann die vielen Unterstützungen erst nach und nach wieder ins Programm eingepflegt werden können.

    Liebe Grüße aus dem goldenen Westen,
    Ich.

    1. Moin! Du hier?

      Versuche mal folgendes in Latex zu schreiben:

      Ein Satz in dem Code vorkommt, genau hier: test["drin"]["nochmal"] und hier ist der Code zu Ende.

      Schon alleine eckige Klammern zu erzeugen dauert einfach zu lange. Ganz abgesehen von Anführungszeichen im Monospace-Bereich.

      Das war mein Hauptgrund. Quelltext in Latex zu schreiben macht keinen Spaß. Gerade, wenn man viel Quelltext schreiben will und die Vorteile (Formeln, Literaturverweise) nicht nutzen kann.

      Ich denke zur Zeit, dass ich aus zwei Büchern zitieren werde 🙂

    2. Achso, ich hatte die Lösung vergessen:

      Ein Satz in dem Code vorkommt, genau hier: \texttt{test{[}\dq drin\dq {]}{[}\dq nochmal\dq
      {]}} und hier ist der Code zu Ende.

    3. Warum nicht, „ich hier“? Der Ort heißt Internet und außer in Staaten mit totalitären Regierungsformen sollte es mir möglich sein, auf diese Seite zu gelangen ;). Dein Beispiel habe ich noch nicht vollends verstanden. Zunächst würde ich sagen, warum schreibst du nicht einfach [ oder führst ein Makro ein \[, welches dir das Symbol erzeugt, das du brauchst. Zweitens, finde ich es eher ungewöhnlich Quellcode in {\tt } oder \texttt{} zu schreiben. Dafür gibt es die verbatim-Umgebung, in der du auch direkt Sonderzeichen einfügen kannst, ohne komplizierte Makros verwenden zu müssen. Ich weiß, dies war nur ein Beispiel, aber irgendwie drückt dies noch kein Gegenargument aus, wenn man nur die falsche Umgebung benutzt.

      Mal ein Off-topic, was ich hier nicht weiter diskutieren möchte: An so einem Thema merkt man den Unterschied zwischen Leuten, die in die Industrie wollen und Leuten, die auch weiterhin eine akademische Laufbahn verfolgen. Dies soll nicht als Beleidigung verstanden werden. Es ist nur eine Beobachtung. In der Industrie wird tatsächlich, auch von Informatikern, verlangt, dass man sich mit Textverarbeitung und Präsentationswerkzeugen (fernab von LaTeX und Beamer-Package) auskennt.

    4. Ich will monospace mitten im Satz schreiben. Dann nimmt man doch \texttt{}. Und dort drin kann man nicht einfach die eckigen Klammern benutzen. Und für die Anführungszeichen muss ich auch die Ausdrücke benutzen. Und dann noch den Text richtig lesen zu können, ist echt schwierig. Das heißt, man kompiliert und kontrolliert. Dadurch ist der Vorteil durch die Ablenkung durch den visuellen Effekt wieder weg.

      Außerdem kann man aus den generierten PDF meistens keine Code-Schnipsel kopieren. Die sind dann vollkommen zerrissen.

      Wenn ich Formel oder viele Querverweise haben würde, würde sich die Mühe ja noch lohnen, aber das habe ich ja nicht.

    5. Schön mal wieder was von dir zu hören!

      Punkt 1: Ablenkung durch „bunte Editoren“

      Es gibt diese Statistiken, habe schon oft davon gehört und halte sie allesamt für Blödsinn. Entweder ich ignoriere das Äußere und schreibe erstmal oder aber ich achte eben direkt darauf, wie das im Ergebnis aussehen wird. Ich sehe hier keinerlei Unterschied zwischen O/LO und Latex. Im Gegenteil: Ignorieren kann ich es in beiden Fällen. Will ich aber auf die Form achten, bin ich bei Latex erstmal eine Stunde beschäftigt (Bilder ausrichten, Kompilierumgebung einrichten, was weiß ich nicht).

      Und diese richtige Ausgabe ist wichtig. Ja, man kann auch Latex-Code lesen, aber das ist keineswegs vergleichbar mit dem Lesefluss, den du in einem fertig erstellten Dokument hast. Ich jedenfalls lese meine eigenen Texte nicht im Latex-Code korrektur. Man denke nur an Tabellen…

      Wen bunte Editoren wirklich stören, der kann ohnehin erst mal im Editor schreiben.

      Punkt 2: Warum überhaupt?

      Es ist sehr schwierig sich in Latex einzufinden. Ich arbeite schon lange damit und kenne viele Kinderkrankheiten, dennoch stoße ich öfter auf Probleme, bei denen ich nicht wirklich weiß, wie ich beginnen soll. Beispiele sind da immer schwierig, es ist mehr so ein allgemeines Gefühl. Sowas nervt. Und daher stellt sich eigentlich eher die Gegenfrage: Warum Latex? Warum sich mit einer fürchterlichen Syntax durch einen noch grausameren Paketdschungel schlagen? Selbst die größten Verfechter stimmen ja zu, dass Latex diesbezüglich schlimme Schwachpunkte hat. Jeder weiß, dass hier nachhaltige Änderungen dringend notwendig sind. Warum also also das lernen, von dem jeder hofft, dass es bald weg ist?

      Im Ergebnis liefert mir beides in etwa das selbe Dokument.

      Und noch ein anderer Aspekt: Als Webentwickler habe ich eine schwäche für kompaktes und logisches Markup. Selbst wenns dem Browser fast egal ist. Bei Latex habe ich hingegen noch nie gedacht: Mensch ist das ein stimmiger Quellcode. Ich würde gern Text in XML schreiben, mit CSS formatieren und mit Javascript manipulieren.

    6. Schön, dass du mal was schreibst, wozu ich was sagen kann (sorry übrigens, dass ich [noch] nicht auf deine Mail bezgl. der Masterarbeit geantwortet habe; als ich Zeit dafür hatte, waren schon so viele Antworten da, dass ich vermutete, die anderen hätten dein Problem schon gelöst).

      Ja, das mit der Ablenkung finde ich auch teilweise blödsinn. Andererseits bin ich ein LaTeX-Schreiber der Art, dass ich erst, wenn ich an irgendeinen Bug glaube, compiliere ich es; wie du, ignoriere ich das compilieren bis zu einem bestimmten Zeitpunkt (meist Commit) — um auch auf Georgs Antwort zu reagieren — und schaue dann nach, ob es durchgeht. Compilerfehler sind dabei immer drin; jedoch habe ich ein recht gutes Makefile, was mir versucht die Fehler (über andere Tools) direkt in einem Logfile zu zeigen. Auch Editoren können recht aufgeblasen sein und der Art und Weise ablenken, wie es auch Word tut; man nehme nur TeXnicCenter (glaube, die Variante für Windows) oder auch TeXMaker … ziemlich viel drumherum um nichts! Anders als du, bin ich auch in der Lage TeX-Code flüssig zu lesen und erwische mich immer öfter dabei, dass ich den Sourcecode Korrektur lese an Stelle von Double-Checks: Orthographie- und Typographie in einem durch das erzeugte PDF-Dokument.

      Warum LaTeX? Weil es verlangt wird. Man bekommt auf verschiedenen Konferenzen Vorgaben, möglicherweise auch Packages, die man verwenden soll, um Papers zu schreiben oder auch bei Abschlussarbeiten; da gibt es halt ziemlich gute Vorgaben von der eigenen Institution, wo man nur noch Variablen ausfüllen muss (wie auch bei dem geposteten Dokument) und dann verhilft ein einfaches \maketitle dazu, das Deckblatt zu erzeugen. Zugegeben, die Möglichkeiten der Referenz oder automatischen Verzeichnisse sind auch TVPs recht gut inzwischen, jedoch habe ich mir für Vicky einmal die Zähne an einem Problem ausgebissen. Ich habe eine Seite Text und es taucht eine Fußnote auf. Nun möchte ich auf derselben Seite auf die Fußnote durch eine weitere Fußnote referenzieren, d.h. es soll zweimal im Text die gleiche Fußnote auftauchen. In LaTeX muss ich da nicht lange überlegen. In TVPs schon, womöglich durch verwirrende Klicks auf irgendwelchen Wizzards und Formularen. Das ist mir zu viel Aufwand. Wenn man LaTeX einmal als Programmiersprache verstanden hat (LaTeX ist Turing-vollständig, Ode an das Turing-Jahr 2012), so ist es gar nicht schwer, neue Konzepte zu verstehen, wenn man nur eine Suchmaschine bedienen kann ;).

    7. Das mit den Vorgaben sehe ich teilweise ein. Gerade wenn man die veröffentlichten Texte irgendwann auch in anderer Form (Buch, Zeitschrift) anbieten will, macht sich das mit Latex bestimmt einfacher.

      Für die Masterarbeit vorzuschreiben, welches Programm man nicht, sehe ich aber nicht ein. In der Prüfungsordnung steht drin, dass es ausdruckt abgegeben werden soll. Das heißt, ich kann es auch auf der Schreibmaschine schreiben, wenn ich will. Das Coporate Design dürfen wir eigentlich nicht benutzen. Ich habe zwar eine Genehmigung per E-Mail erhalten, allerdings nicht offiziell. Es steht einfach nur: Das sind Vorlagen. Wer die benutzen darf und mit welchen Rechten ist bis dato nicht geklärt. Also nehme ich ein einfaches Deckblatt mit Titel und Name und fertig.

      Und: Ich glaube nicht, dass du den komischen Quellcode mit den vielen Escapecharaters lesen kannst. Siehe Beispiel oben. Da wird man wirr.

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